Die Stadtschlampe

Wie bereits beschrieben, machte der Steuersatz arge Probleme beim Fahren. Aber dieses Gefühl mit diesem leichten Gerät, dieser Sitzhaltung und dieser ganz anderen Schaltart herumzufahren machte schon Spaß.

Der Rennlenker erwies sich aber für mich als Rennradneuling gerade im Stadtbetrieb, mit Bordsteinen etc. als etwas umständlich und auch die Kurbel verlor ihre Daseinsberechtigung, als die anscheinend nur gesteckte Pedale auf der rechten Seite herausfiel. 😯

Damit wurde der erste Umbau eingeleitet.

Nachdem ich im Internet nach Steuersätzen recherchiert habe, bin ich doch zum Händler meines Vertrauens gegangen. Und siehe da: es gab einen noch einwandfreien, gebrauchten Steuersatz der Marke „Stronglight“ für sagenhafte 5 €. Da kommt kein Onlineauktionshaus heran, zumal keine Versandkosten anfallen. 🙂

Im Zuge dessen tauschte ich den Rennlenker gegen einen Flatbar und die Kurbel gegen eine dreifache Tiagra-Kurbel, von der ich das kleinste Kettenblatt abnahm. Leider war damit auch ein neues Lager fällig, aber wie ich bereits erwähnte, sollte eigentlich nichts super tolles an das Fahrrad, denn es sollte einStadt-Allwetter-Fahrrad werden. Ein gebrauchtes „Shimano BB-UN26“ aus meinem Scott passte leider nicht. Irgendeine Metallnase in der Mitte des BSA-Gewindeganges vom Peugeot machte den Einbau zu nichte. Also habe ich ein FAG-Lager gekauft, weil ich das Gewinde nicht beschädigen wollte und dieses mittig etwas schmaler als das Innenlager von Shimano ist.

Ahnung von den Lagerbreiten und der Kurbelmontage müsste man trotzdem haben: Wie man auf dem Bild erkennen kann, war die Montage sehr eng geworden. Die Kurbel lief zwar und war auch ordentlich fest, aber irgendwie knarzte sie unter größerer Last dann doch etwas.

 

Die Bremsen sollten ursprünglich bleiben, da sie eigentlich okay waren, aber bei der Einstellung träumte ich von zuviel Kraft und überdrehte eine Spezialschraube so, dass sie abbrach aber stecken blieb. Herausdröseln ging leider nicht mehr, also wurden auch die Bremsen getauscht.

Nun wurde alles wieder etwas komplzierter: Bremsen kaufen…

Es gibt kurzschenklige und langschenklige Bremsen. Das habe ich erfahren, als die kurzen endlich da waren. Neue Cannondale Theta Bremsen (eigentlich Tektro, wie ich herausbekam) gingen direkt über die Bucht zu einem Schnäppchenpreis zu einem neuen Besitzer. 👿 Die Langschenklige Version gabs leider nur etwas teurer und war auch seltener – brauchte ich aber – gekauft.

Nächster Schock: Die Bremsen passten zwar von der Länge, aber die Bohrung an Gabel und Hinterbau waren zu schmal!!!

Deswegen habe ich ersteinmal die Bremse zerlegt um feststellen zu müssen, dass zwei verschiedene Gewinde auf die mittlere, alles verbindende Schraube gefräst wurden! Damit kam ein Austausch dieser irgendwie nicht mehr in Frage. Nach reichlichem Überlegen (und jetzt gibt es garantiert hier oder da einen kleinen Aufschrei) schnappte ich mir einen Stahlbohrer und erweiterte ganz vorsichtig die Rahmen- und Gabelbohrungen…

Bis jetzt hält alles noch zusammen! Und die Bremsen konnten montiert werden.

Die Schalt- und Bremszüge wurden in dem Zusammenhang gleich mitgetauscht. Leider hielten die Bremszüge in Carbonoptik qualitativ nicht stand und faserten mit der Zeit aus. So habe ich wieder die „normalen“, schwarzen verbaut. Vorne bewusst eng gewählt, da der Lenker etwas zu breit war und später sowieso gekürzt werden sollte. Zu dieser Zeit hatte ich aber noch keine Metallsäge.

 

Es gab ansonsten noch schöne breite Allwettergriffe und die Rahmenschalthebel wanderten, dank modifizierter Schelle, an den Lenker und heißen jetzt nicht mehr Simplex, sondern irgendwie anders, nur nicht teuer. Die Bereifung erfolgte mit“ Schwalbe Marathon Reflex“. Die letzte Änderung erfolgte beim Sattel: Ein Selle Italia „Ferrari enginered“ Titanium in ROT – passte irgenwie super, auch unter meinen A****.